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Die Rechtslage1

Eine In-Vitro-Fertilisation kostet viel Geld. In Österreich unterstützt der IVF-Fonds* Frauen bis zum 40. Lebensjahr, die gemeinsam mit ihrem Partner/ihrer Partnerin (bis zum 50. Lebensjahr) ein Kind zeugen möchten: Im IVF-Fonds-Gesetz (seit 1.1.2000 in Kraft und Novelle 2015!) wird geregelt, unter welchen Umständen 70 Prozent der Behandlungskosten vom Fonds getragen werden. Eine solche Kostenübernahme gilt für maximal vier Zyklen einer IVF/ICSI-Behandlung und die hierfür notwendigen Medikamente. Sind weitere Zyklen erforderlich, müssen die Eltern selbst dafür aufkommen.

Die Durchführung von Inseminationen, also das Einbringen von Samen in die Gebärmutter der Frau, fällt nicht unter den Wirkungsbereich des IVF-Fonds-Gesetzes und wird daher auch nicht finanziell unterstützt.

* getragen vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungen und vom Familienlastenausgleichsfonds

 

Voraussetzungen für die Kostenübernahme:

  • Die Ursache der Unfruchtbarkeit liegt in beidseitig verschlossenen, entfernten oder funktionsunfähigen Eileitern der Frau oder einer verminderten Spermienqualität des Mannes begründet. Es können aber auch noch andere Ursachen bei der Frau oder auch beim Mann vorliegen, die eine Schwangerschaft erschweren oder nicht möglich machen, wie z.B. das Vorliegen einer Endometriose bei der Frau. (Im Falle einer Entfernung der Eierstöcke auf eigenen Wunsch ohne gesundheitlichen Gründe (Sterilisation) übernimmt der Fonds allerdings keine Kosten).
  • Die Altersgrenze für Frauen liegt bei 40, für Männer bzw. für die Lebensgefährtin oder eingetragene Partnerin bei 50 Jahren.
  • Beide Partner müssen bei einer öffentlichen Krankenkasse in Österreich versichert sein.
  • Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft müssen länger als drei Monate in Österreich versichert sein.
  • Die Behandlung muss in einer Krankenanstalt erfolgen, die mit dem IVF-Fonds einen Vertrag abgeschlossen hat.
  • Ehe bzw. Lebenspartnerschaft

Was beinhaltet die Unterstützung?

  • Beratungsgespräche
  • Ultraschall-Untersuchungen
  • Laboruntersuchungen
  • psychologische bzw. psychotherapeutische Betreuung sowie
  • die eigentlichen Behandlungsmaßnahmen und die Nachbehandlung bis zur Feststellung des Eintretens oder Nichteintretens einer Schwangerschaft

Rechtslage zur IVF in Österreich - mit Neuerungen ab 2015!

  • NEU: Die Kinderwunschbehandlung wird nicht mehr nur bei Ehepaaren oder Paaren, die in eheähnlicher Gemeinschaft leben, durchgeführt, sondern auch bei lesbischen Paaren. Ausgeschlossen sind allein stehende Personen.
  • Für eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung müssen nicht mehr nur die Eizellen und der Samen des Paares verwendet werden.
    NEU:  Eizell-Spende: Die Spenderin muss unter 30, die Empfängerin muss unter 45 Jahre alt sein. Das Kind hat - wie bei der Samenspende - das Recht, ab dem 14. Lebensjahr zu erfahren, wer Spenderin war. Spenderinnen haben keine Unterhaltspflicht, dürfen aber auch kein Entgelt für die Spende von Eizellen verlangen.
    Die Embryonenspende und die Leihmutterschaft sind in Österreich weiterhin verboten. Bei Paaren, die nicht verheiratet sind, ist eine Beratung durch Gericht oder Notar über die rechtlichen Folgen der Zustimmung erforderlich. Die Zustimmung wird schriftlich gegeben, bei Paaren ohne Trauschein in Form eines gerichtlichen Protokolls oder Notariatsaktes.
  • NEU: IVF-Befruchtung mit Spendersamen: Bisher war die In-vitro-Fertilisation (IVF) nur bei einer Samenspende vom Lebenspartner zulässig. Durch die Gesetzesnovelle wird die IVF auch mit dem Samen Dritter erlaubt sein. Auch in diesem Fall ist eine Rechtsberatung durch Gericht oder Notar vorgeschrieben. Das Vermischen von Samenspenden ist verboten. Der Samen eines Spenders darf zudem maximal drei Empfängerinnen appliziert werden. Das Kind hat einen Auskunftsanspruch und kann nach dem 14. Lebensjahr erfahren, wer der leibliche Vater ist.
  • NEU: Präimplantationsdiagnostik (PID): Die Präimplantationsdiagnostik (= Untersuchung des Embryos vor dem Einpflanzen) wird unter strikten Voraussetzungen erlaubt: Ein Embryo darf nach drei erfolglosen IVF-Versuchen bzw. Fehlgeburten untersucht werden, bevor er in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Wenn aufgrund der genetischen Anlage eines Elternteiles das Risiko einer schweren Erbkrankheit für das Kind besteht, ist die Anwendung der PID erlaubt.
  • Die künstliche Befruchtung darf nur von speziell dafür ausgebildeten Ärzten und in dafür auch zugelassenen Krankenanstalten durchgeführt werden.
  • Bei der IVF dürfen nur so viele Eizellen befruchtet werden, wie innerhalb eines Zyklus für eine aussichtsreiche Behandlung notwendig sind.
  • Embryonen dürfen nicht zu Forschungszwecken verwendet werden.
  • Samen und Eizellen, die für die IVF verwendet werden, sowie Embryonen, dürfen höchstens zehn Jahre aufbewahrt werden.
  • Das Klonen von Menschen ist verboten.

Quellen:

1 Bundesministerium für Gesundheit - http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Medizin/IVF_Fonds/

Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes - http://www.ris.bka.gv.at

netdoktor - http://www.netdoktor.at/health_center/kinderwunsch/recht_kosten.htm