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FAQ’s – Häufig gestellte Fragen

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Was genau bedeutet „Künstliche Befruchtung“ und wie erfolgreich ist sie?

Das Wort "künstlich" bezieht sich lediglich auf die kurze Zeit, die es braucht, um Ei- und Samenzelle außerhalb des Körpers zusammenzuführen. Danach werden die Embryonen wieder in den Mutterleib eingesetzt, Ihr selbst gezeugtes Kind wächst wie bei jeder anderen Mutter auch im eigenen Bauch heran.

Die Chancen, mittels künstlicher Befruchtung schwanger zu werden, stehen sehr gut. Die Erfolgsquote beim ersten Versuch liegt bei 29 Prozent der behandelten Frauen. Drei von vier Frauen werden nach vier Zyklen einer IVF/ICSI-Behandlung Mutter. Die konkreten Erfolgsaussichten variieren natürlich je nach notwendiger Methode. Zudem ist die Statistik immer ein unfaires Spiel: jenen Paaren, die sich trotz aller Anstrengung nicht über den erhofften Nachwuchs freuen können, werden mit optimistischen Zahlen zurecht hadern und sie womöglich als zynisch empfinden. Hier dennoch eine kurze Zusammenfassung der Erfolgsaussichten:

Jene Paare, die „lediglich“ mit Hormonen versorgt werden müssen, haben die größten Chancen auf eine baldige Schwangerschaft. Die Erfolgsquote bei der IUI-Insemination (Einbringen des Samens in den Gebärmutterhals) liegt zwischen 5 und 15 Prozent. Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) schafft rund 30-35 Prozent Erfolgsquote schon beim ersten Zyklus. Drei Viertel aller Frauen sind statistisch gesehen nach dem vierten Zyklus schwanger.
Die Erfolgsraten mit der ICSI-Methode ähneln den Ergebnissen der IVF-Behandlung.
Mit GIFT erzielt man etwas geringere Erfolge, allerdings ist diese Methode auch nicht mehr sehr gebräuchlich.

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Was können die Gründe für Unfruchtbarkeit sein?

Die Ursachen der Kinderlosigkeit sind vielfältig: Es können körperliche oder psychische Gründe vorliegen. Ob zuviel Stress, Genussgifte (Alkohol und Nikotin), Störungen der Schilddrüse, der Nieren- und Leberfunktion, Diabetes, Über- oder Untergewicht, Tumore, Infektionen, Umweltgifte oder psychiatrische Erkrankungen – all diese Komponenten können dazu beitragen, dass die Schwangerschaft nicht eintritt.

Oft sind auch rein körperliche Ursachen Grund für das Ausbleiben der Schwangerschaft. Dazu gehören 

bei der Frau

  • Tubenfaktor: Infektionen, welche die Eileiter betreffen
  • Hormonstörungen
  • Störungen der Reifung von Eibläschen (Follikelreifung)
  • fehlender Eisprung
  • fehlende oder mangelnde Gelbkörperhormonproduktion
  • Endometriose
  • PCO (Polycystischer Ovar)
  • Veränderungen oder Missbildungen der Gebärmutter
  • Zervixantikörper

beim Mann

  • Infektionen des Genitaltraktes
  • Varikozelen (Krampfadern im Hoden)
  • Hodenentzündungen
  • Störungen der Spermienbildung bzw- reife
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Welche Untersuchungen gibt es, um Unfruchtbarkeit festzustellen und wie lange dauert es, bis ein Ergebnis feststeht?

Manche Tests können vom Gynäkologen durchgeführt werden, andere wird ein/e Fertilisationsfachmann/frau durchführen. Wichtig ist, dass Sie einen Arzt besuchen, der Ihr Vertrauen besitzt und der bereit ist, Sie auf dem mitunter langen Weg zur Elternschaft zu begleiten. Stellen Sie alle Fragen und lassen Sie sich über den genauen Ablauf aller Untersuchungen – die etwa 6 Monate dauern können – genau aufklären!

Mögliche Untersuchungen bei der Frau

Untersuchungen beim Mann

Die Untersuchungen und Behandlungsstrategien lassen sich im Normalfall in vier Phasen einteilen:

  1. Anamnese, gynäkologische Untersuchung, Ultraschall, Zyklusprotokoll, Messung der Temperatur gleich nach dem Erwachen (Basaltemperatur), Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt, unter Umständen Hormonanalyse, Beurteilung der Spermien im Gebärmutterhalsschleim zwölf Stunden nach Geschlechtsverkehr (Postkoitaltest)
  2. Erstellung des Spermiogramms (Menge, Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien), Zyklusüberwachung mittels Ultraschall (Gebärmutterschleimhaut), Hormonanalysen, Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt. Falls der Postkoitaltest auffällig war und die Eileiter der Frau durchgängig sind, kann eine Insemination erfolgen.
  3. Bei auffälligem Spermabefund in Phase zwei oder verschlossenen Eileitern der Frau in Phase zwei, wird man dem Paar eine künstliche Befruchtung (IVF) empfehlen.
  4. Bei sehr schlechter Spermaqualität (weniger als fünf bis zehn Millionen pro ml) oder einer schlechten Spermamorphologie (Aussehen, Form der Spermien) wird eine ICSI-Therapie (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) empfohlen.
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Wann sind die fruchtbarsten Tage?

Während des Eisprungs sind die Chancen einer Empfängnis am größten. Der Zeitpunkt wird bestimmt, indem Sie von der durchschnittlichen Zykluslänge 14 Tage abziehen, vorausgesetzt der Zyklus ist regelmäßig. Drei bis vier Tage vor dem errechneten Tag ist der beste Zeitpunkt, es zu versuchen. Ist Ihr Zyklus nicht regelmäßig, gibt es in der Apotheke Ovulationstests. Der Eisprung kann aber auch durch Temperaturmessung bestimmt werden. 

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und welche ist die richtige für uns?

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Welche davon am besten für Sie geeignet ist, richtet sich nach der ermittelten Ursache Ihrer Empfängnisprobleme. Das kann nur der Facharzt/die Fachärztin entscheiden. Die Erfolgschancen der jeweiligen Behandlung hängen vom Alter und den Problemursachen ab.

Die vier Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Operative Möglichkeit d.h. "Sanierung der Ursache", z. B. im Falle einer Eileiterundurchlässigkeit oder bei einer Endometriose
  • Hormonbehandlung mit Tabletten
  • Hormonbehandlung mit Injektionen
  • Assistierte Reproduktionstechniken (ART) - diese können außerhalb des Körpers oder im Körper stattfinden.

Im Körper findet die intrauterine Insemination (IUI) statt. Dabei wird die Anzahl der freigesetzten Eizellen mittels Stimulation deutlich gesteigert und zum Zeitpunkt des Eisprungs werden dann die befruchtungsfähigsten Spermien vom Arzt zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Gebärmutter gespült.

Die Methoden außerhalb des Körpers sind

  • die In Vitro Fertilisation (IVF) - Vereinigung von Ei- und Samenzelle in der Glasschale
  • ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) - Vereinigung von Ei- und Samenzelle durch Mikroinjektion
  • GIFT (Gamete intrafallopian transfer) – Entnahme der Eizellen mit Hilfe einer Bauchspiegelung unter Narkose. Die GIFT findet heute eine geringe Anwendung, da die Erfolgschancen ähnlich sind wie die der IVF und zusätzlich aber die Risiken einer Bauchspiegelung hinzukommen.
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Wie funktioniert die IVF-Methode?

Am Tag der Eizellen-Entnahme gibt der Mann eine Samenprobe zur Untersuchung ab. In versiegelten Schälchen werden die punktierten Eibläschen plus Eizellen aufbewahrt. Der Samen wird parallel dazu in einem Labor verdünnt und befruchtungsfähig gemacht.

Jeder Eizelle wird ein Spermientropfen zugefügt, danach bleiben Ei und Samenzellen über Nacht im Brutschrank. Am nächsten Tag kann unter dem Mikroskop geprüft werden, ob und wie viele Eizellen befruchtet sind. Rund 48 Stunden danach können die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden.
Die Befruchtung selbst erfolgt natürlich, denn das Spermium findet seinen Weg zur Eizelle. Lediglich der Ort, an dem das geschieht, ist "künstlich", nämlich medizinisch überwacht, um die Chancen massiv zu erhöhen!

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Was bedeutet „Punktion“?

Darunter versteht man die Eizellgewinnung. Zunächst wird die Frau - oder in sehr seltenen Fällen werden beide Partner - einer Hormontherapie unterzogen, die bei der Frau die Eizellenproduktion fördert und beim Mann für gesunde Spermien sorgt. Ab einem vom Arzt festgesetzten Tag werden im IVF-Zentrum mittels Ultraschall die Eibläschen in den Eierstöcken beurteilt, gezählt und abgemessen. Erst wenn diese reif dafür sind, erhält die Patientin abends eine Injektion von humanem Choriongonadotropin (hCG) zur Auslösung des Eisprungs.
Etwa 36 Stunden nach der Gabe von hCG werden die Eizellen aus den reifen Eibläschen unter Ultraschallsicht entnommen. Diesen Eingriff nennt man Punktion. Er wird von vielen Frauen als schmerzhaft empfunden. Viele Kliniken bieten daher die Möglichkeit einer Narkose oder die Verabreichung eines Schlafmittels an.

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Welche möglichen Risiken bestehen bei einer IVF?

Durch die Einnahme von hormonstimulierenden Medikamenten im Vorfeld der IVF können Nebenwirkungen wie starke Gewichtszunahme, Bauchschmerzen oder Übelkeit eintreten. Es kann zu einer Überstimulation der Eierstöcke kommen (sogenanntes OHSS – Ovarielles Hyperstimulationssyndrom), das in schweren Fällen einer sofortigen Behandlung bedarf.

Die Risiken bei der Punktion sind im Allgemeinen gering. Trotzdem kann sie zu einer Blutung, Infektion oder zu einer Verletzung der Gefäße führen. Da diese Behandlung unter Ultraschallkontrolle erfolgt, sind solche Komplikationen jedoch sehr selten. Das Risiko für Eileiterschwangerschaften ist leicht erhöht im Vergleich zu natürlichen Schwangerschaften, nämlich um ca. 5 Prozent.

Die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften ist ebenfalls erhöht und beträgt zwischen 3 und 4 Prozent. Besonders häufig treten sie bei jungen Frauen auf, weshalb man mittlerweile meist nur ein bis zwei Embryonen zurückgibt, außer die Frau ist über 40 bzw. bereits beim dritten oder vierten Versuch. 

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Wie funktioniert die ICSI-Methode?

Das Prinzip der ICSI liegt darin, dass die Eizelle "gezwungen" wird, sich von einem bestimmten Samen befruchten zu lassen. Die Eizelle wird dazu mit einer Glaskanüle fixiert und das Spermium unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle eingespritzt.

Die ICSI wird angewandt, wenn die Zahl oder Beweglichkeit der Spermien extrem eingeschränkt ist. Ansonsten würde eine Insemination oder eine normale IVF ausreichen. Allerdings ist für eine IVF eine Mindestanzahl von einigen zehntausend beweglichen Spermien pro Eizelle notwendig, da das Spermium von selbst in die Eizelle eindringen muss. Wenn das Spermiogramm so eingeschränkt ist, dass diese Zahlen nicht erreicht werden können, dann ist die ICSI eine Erfolg-versprechende Therapieoption. Das Sperma kann für die ICSI auch direkt aus dem Hoden entnommen werden, wenn keine Ejakulation möglich ist.

Sonst unterscheidet sich diese Therapie nicht von der konventionellen IVF. Auch für die ICSI wird dieselbe hormonelle Stimulation im Vorfeld durchgeführt und die Eizellen werden durch Punktion gewonnen.

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Welche möglichen Risiken bestehen bei einer ICSI?

Bei der ICSI liegen die gleichen Risiken der hormonellen Vorbehandlung wie bei der IVF vor. Es kann auch hier zu einer Überstimulation der Eierstöcke kommen (sogenanntes OHSS – Ovarielles Hyperstimulationssyndrom), das in schweren Fällen einer sofortigen Behandlung bedarf. Die Ergebnisse verschiedener Studien weisen darauf hin, dass auch ICSI-Kinder völlig gesund sind. Auch bei Berücksichtigung von negativen Voraussetzungen seitens der Eltern (häufiger höheres Alter, Übergewicht der Frau und genetische Veränderungen) liegen bestimmte Auffälligkeiten des Kindes lediglich um 0,2 - 0,7 Prozent höher.

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Was kostet die Behandlung?

Eine In-vitro-Fertilisation kostet viel Geld. In Österreich unterstützt der IVF-Fonds Frauen bis zum 40. Lebensjahr, die gemeinsam mit ihrem Partner ein Kind zeugen möchten.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme:

  • Die Ursache der Unfruchtbarkeit liegt in beidseitig verschlossenen, entfernten oder funktionsunfähigen Eileitern der Frau oder einer verminderten Spermienqualität des Mannes begründet. Es können aber auch noch andere Ursachen bei der Frau oder auch beim Mann vorliegen, die eine Schwangerschaft erschweren oder nicht möglich machen, wie z.B. das Vorliegen einer Endometriose bei der Frau. [Im Falle einer Entfernung der Eierstöcke auf eigenen Wunsch ohne gesundheitlichen Gründe (Sterilisation) übernimmt der Fonds allerdings keine Kosten].
  • Die Altersgrenze für Frauen liegt bei 40, für Männer bei 50 Jahren.
  • Beide Partner müssen bei einer öffentlichen Krankenkasse in Österreich versichert sein.
  • Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft müssen länger als drei Monate in Österreich versichert sein.
  • Die Behandlung muss in einer Krankenanstalt erfolgen, die mit dem IVF-Fonds einen Vertrag abgeschlossen hat.
  • Ehe, eingetragene Partnerschaft bzw.Lebensgemeinschaft

Was beinhaltet die Unterstützung?

  • Beratungsgespräche
  • Ultraschall-Untersuchungen
  • Laboruntersuchungen
  • psychologische bzw. psychotherapeutische Betreuung sowie
  • die eigentlichen Behandlungsmaßnahmen und die Nachbehandlung bis zur Feststellung des Eintretens oder Nichteintretens einer Schwangerschaft
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Wie sieht die rechtliche Situation aus?

Rechtslage zur IVF in Österreich

  • NEU: Die Kinderwunschbehandlung wird nicht mehr nur bei Ehepaaren oder Paaren, die in eheähnlicher Gemeinschaft leben, durchgeführt, sondern auch bei lesbischen Paaren. Ausgeschlossen sind allein stehende Personen.
  • Für eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung müssen nicht mehr nur die Eizellen und der Samen des Paares verwendet werden.
    NEU: Eizell-Spende: Die Spenderin muss unter 30, die Empfängerin muss unter 45 Jahre alt sein. Das Kind hat - wie bei der Samenspende - das Recht, ab dem 14. Lebensjahr zu erfahren, wer Spenderin war. Spenderinnen haben keine Unterhaltspflicht, dürfen aber auch kein Entgelt für die Spende von Eizellen verlangen.
    Die Embryonenspende und die Leihmutterschaft sind in Österreich weiterhin verboten. Bei Paaren, die nicht verheiratet sind, ist eine Beratung durch Gericht oder Notar über die rechtlichen Folgen der Zustimmung erforderlich. Die Zustimmung wird schriftlich gegeben, bei Paaren ohne Trauschein in Form eines gerichtlichen Protokolls oder Notariatsaktes.
  • NEU: IVF-Befruchtung mit Spendersamen: Bisher war die In-vitro-Fertilisation (IVF) nur bei einer Samenspende vom Lebenspartner zulässig. Durch die Gesetzesnovelle wird die IVF auch mit dem Samen Dritter erlaubt sein. Auch in diesem Fall ist eine Rechtsberatung durch Gericht oder Notar vorgeschrieben. Das Vermischen von Samenspenden ist verboten. Der Samen eines Spenders darf zudem maximal drei Empfängerinnen appliziert werden. Das Kind hat einen Auskunftsanspruch und kann nach dem 14. Lebensjahr erfahren, wer der leibliche Vater ist.
  • NEU: Präimplantationsdiagnostik (PID): Die Präimplantationsdiagnostik (= Untersuchung des Embryos vor dem Einpflanzen) wird unter strikten Voraussetzungen erlaubt: Ein Embryo darf nach drei erfolglosen IVF-Versuchen bzw. Fehlgeburten untersucht werden, bevor er in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Wenn aufgrund der genetischen Anlage eines Elternteiles das Risiko einer schweren Erbkrankheit für das Kind besteht, ist die Anwendung der PID erlaubt.
  • Die künstliche Befruchtung darf nur von speziell dafür ausgebildeten Ärzten und in dafür auch zugelassenen Krankenanstalten durchgeführt werden.
  • Bei der IVF dürfen nur so viele Eizellen befruchtet werden, wie innerhalb eines Zyklus für eine aussichtsreiche Behandlung notwendig sind.
  • Embryonen dürfen nicht zu Forschungszwecken verwendet werden.
  • Samen und Eizellen, die für die IVF verwendet werden, sowie Embryonen, dürfen höchstens zehn Jahre aufbewahrt werden.
  • Das Klonen von Menschen ist verboten.